Geschichte
Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Wasser
2015 konnte die Freiwillige Feuerwehr Abteilung Wasser auf 75 Jahre Feuerwehrgeschichte zurückblicken.
Schon im vorigen Jahrhundert gab es Männer, die von dem Wunsch beseelt waren, Eigentum und Habe ihrer Mitbürger vor den Gefahren des Feuers und sonstigen Katastrophen zu schützen. So konnte die Gemeinde Wasser am 20. September 1888 für 1270,00 Mark eine neue Feuerlöschspritze von der Freiburger Pumpenfabrik Grether und Comp. in Empfang nehmen. Die folgende Ablichtung des Originalvertrags aus dem Jahre 1888 gibt Aufschluss über Konstruktion und Pumpenleistung dieser Feuerlöschspritze, die heute noch im Besitz der Feuerwehr und voll funktionstüchtig ist. Zu erwähnen wäre noch, dass die Beschaffung dieser Feuerlöschspritze von der damaligen Aachener und Münchener Feuerversicherungsgesellschaft mit 300 Mark bezuschusst wurde.
Protokoll über die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr in der Gemeinde Wasser, Kreis Emmendingen
geschehen, Samstag, den 20. Januar 1940 in Wasser
Anwesend waren:
Kreisfeuerwehrführer Emil Menton,
Teningen Stellvertretender Kreisfeuerwehrführer Karl Gerber,
Emmendingen Kreisadjustand Fritz Höfflin,
Teningen Bürgermeister Sick in Wasser
Gemeinderat Ruf in Wasser
Gemeinderat Wissert in Wasser
Gemeinderat Dupps in Wasser
Gemeinderat Bürklin in Wasser
Von dem Wunsch beseelt, Eigentum und Habe ihrer Mitbürger vor den Gefahren des Feuers und sonstiger Katastrophen zu schützen und dadurch dem gemeinen Nutzen zu dienen, sind folgende Männer der Gemeinde Wasser in feierlichster Weise zur Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr geschritten. Sie haben ihrer Vereinigung die allgemeinen Satzungen zu Grunde gelegt und ihr den Namen Freiwillige Feuerwehr der Gemeinde Wasser gegeben.
Am Anschluss an die Gründung der Wehr nahm Kreisfeuerwehrführer Emil Menton die Verpflichtung der Gründungsmitglieder vor. Sie gelobten, allezeit gute und einsatzbereite Feuwehrmänner zu sein, getreu dem alten Wahlspruch:
Gott zur Ehr dem Nächsten zur Wehr !
Beurkundet in Wasser am 20. Januar 1940.
Gründungsmitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Wasser: Mößner Wilhelm, Bürklin Wilhelm, Polla Franz, Sick Alfred, Eberle Emil, Rissler Leo, Ruf Paul, Gerber Albert, Sillmann Karl, Wissert Hermann, Gerber Willi, Sillmann Erich, Ingold Karl, Gerber Georg, Sulzberger Walter, Brombacher Julius, Glinzig Emil, Sulzberger Otto, Brombacher Walter, Hass Otto, Schöchlin Erich, Böcherer Georg, Bühler Walter, Schillinger Paul, Böcherer Albert, Ketterer Otto, Oswald Fritz, Bauer Wilhelm, Kurz Johann, Vogelbach Franz, Bürklin Karl, Nübling Edwin, Weiss Georg
Entwicklung der Freiwilligen Feuerwehr Wasser seit der Gründung im Jahre 1940
Am 20. Januar 1940 fanden sich nicht weniger als 33 Mann ein, um die Freiwillige Feuerwehr der Gemeinde Wasser zu gründen. Als Wehrführer wurde Wilhelm Mößner bestellt, der dieses Amt bis Ende des Krieges innehatte. Nach dem Krieg 1945 wurde dann Georg Gerber von der Gemeinde beauftragt, die Wehr zu führen.
Im Jahr 1946 konnte für die Wehr eine Tragkraftspritze angeschafft werden. Diese Spritze wurde unter anderem auch zum Befüllen eines Bunkers in Leiselheim genutzt, der zur Sprengung vorbereitet wurde. Als Transportwagen diente in der Zeit ein umgebauter Handkarren. Für diese Tragkraftspritze wurde von Karl Loser ein Tragkraftspritzenanhänger (TSA) gebaut. Dieser konnte nach Abnahme von Kreisbrandmeister Baumgärtner am 27. Juli 1952 in Empfang genommen werden. Heinrich Schöchlin stellte zum Transport dieses Anhängers von 1954 - 1968 seinen Traktor kostenlos zur Verfügung. Zu jedem Anlass, sei es bei Einsätzen, bei Proben oder bei Fahrten zu den Wettkämpfen, wurde der Tragkraftspritzenanhänger von Schöchlins Traktor gezogen. Diese Uneigennützigkeit verdient besondere Anerkennung der Gemeinde Wasser.
Am 22. Februar 1953 konnten für die Wehrmänner Uniformen, sprich Feuerwehrmütze, Feuerwehrkoppel, Feuerwehrbluse und Feuerwehrhelm beschafft werden. Diese Anschaffung wurde mit 500 DM aus der Feuerwehrkameradschaftskasse bezuschusst. Die Freiwillige Feuerwehr Wasser bestand im Jahre 1954 aus 19 aktiven Feuerwehrmännern.
Im Jahre 1956 wurde mit dem Neubau des Rathauses und Gerätehauses mit 17 m hohem Schlauchturm begonnen. Ein lang ersehnter Wunsch der Wehrmänner ging in Erfüllung, vor allem der Bau des Schlauchturmes, der zur Trocknung der Schläuche dient.
Am 4. August 1957 konnte das neue Gerätehaus mit Schlauchturm eingeweiht werden. Dieses Jahr war ein Markstein in der Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Wasser. Ein Zeichen, dass die Zeit der Entwicklung der Feuerwehr nicht stehen blieb.
Anfang des Jahres 1958 gab die vorhandene Tragkraftspritze ihren Dienst auf. Man beschloss, von der Firma Bachert in Weisweil eine neue TS 8 zu beschaffen. Die Wehrmänner waren stolz auf ein Gerät, das sie in die Lage versetzte, wieder voll einsatzfähig zu sein.
1960 legte Georg Gerber sein Amt als Wehrführer (Kommandant) nieder, Emil Macktrat die Nachfolge an. Sein Stellvertreter wurde Heinrich Schöchlin. Georg Gerber wurde von Bürgermeister Sick zum Ehrenkommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Wasser ernannt.
Im Jahre 1965 wurde in der Hauptversammlung Emil Mack erneut als Kommandant bestätigt, ebenfalls Heinrich Schöchlin als Stellvertreter. Die Zeit blieb nicht stehen, die Anforderungen an den Dienst der Feuerwehren wurde immer größer. So konnte im Jahre 1968 das neue Tragkraftspritzenfahrzeug TSF ein Ford-Transit in den Dienst gestellt werden. Wiederum ein Markstein in der Geschichte der Feuerwehr Wasser.
Vom 12.-14. Juni 1971 konnte die Wehr ihr 25-jähriges Jubiläum feiern. Leider 6 Jahre zu spät. Dies lag daran, dass zu dieser Zeit keine Unterlagen über das genaue Gründungsjahr vorhanden waren. Die Gründungsunterlagen wurden erst Jahre später gefunden.
Durch die Gemeindereform im Jahre 1975 mit Emmendingen wurde die Freiwillige Feuerwehr Wasser eine Abteilung der Freiwilligen Feuerwehr Emmendingen. Die neue Satzung erlaubte jedoch eine großzügige Selbständigkeit.
Nach 15-jähriger Dienstzeit als Kommandant legte Emil Mack 1975 sein Amt nieder. Für diese langjährige Amtszeit ernannte ihn Ortsvorsteher Willi Bürklin zum Ehrenkommandanten. Goerg Jockmann übernahm die Nachfolge. Er wurde in der Hauptversammlung 1975 zum Abteilungskommandanten gewählt. Sein Stellvertreter wurde Alfred Galle.
Am 17. Januar 1976 konnten die Wehrmänner den Kameradschaftsraum einweihen. Dieser Raum, direkt neben dem Gerätehaus, wurde früher als Milchannahmestelle genutzt. Nach Auflösung derselben wurde die Räumlichkeit der Feuerwehr zur Verfügung gestellt, und von den Feuerwehrkameraden in Eigenleistung zum Kameradschaftsraum umgebaut. Durch die Einrichtung einer Funk-Leistelle in Emmendingen wurde die Anschaffung eines Funkgerätes in das Feuerwehrfahrzeug notwendig.
Ende 1978 konnte das Tragkraftspritzenfahrzeug der Abteilung Wasser mit einem Funkgerät FG 8 b ausgerüstet werden. Diese technische Entwicklung erforderte natürlich auch intensive Ausbildung der Wehrmänner.
In der Jahreshauptversammlung 1980 wurde Abteilungskommandant Georg Jockmann in seinem Amt bestätigt und für weitere 5 Jahre gewählt. Stellvertreter wurde Rudolf Schulz. Im Jahr 1980 konnte wiederum das Gerätehaus erweitert werden. Es wurden in Eigenleistung die fehlenden sanitären Anlagen errichtet.
Eine weitere technische Erneuerung erfuhr die Feuerwehr Abteilung Wasser im Jahre 1983. Es konnten 4 Atemschutzgeräte und 3 Handsprechfunkgeräte beschafft werden. Dies machte natürlich auch den Besuch von bestimmten Lehrgängen notwendig.
Im Jahr 1984 konnten 7 Feuerwehrmänner der Abteilung Wasser mit Erfolg den Atemschutzgeräteträger-Lehrgang in Bruchsal besuchen.
Abteilungskommandant Georg Jockmann legte 1985 sein Amt nieder, ebenfalls sein Stellvertreter Rudolf Schulz. Neu gewählt wurden Bernhard Böcherer zum Abteilungskommandanten und Wilhelm Grießenauer zum Stellvertreter. Zur Aufnahme des Atemschutzgerätes und des Schaumlöschgerätes, das ebenfalls beschafft wurde, konnte ein gebrauchter VW-Kombi gekauft werden. Dieser wurde in Eigenleistung umgebaut, um diese Geräte entsprechend aufzunehmen. Des Weiteren wurde der Kombi auch mit einem Funkgerät FG 8 b ausgestattet.
Im Mai 1986 konnte der Kombi in den Dienst gestellt werden. Im Jahre 1986 wurde in Erwägung gezogen, das Gerätehaus um einen großen Stellplatz zu erweitern, um das von der Stützpunktwehr Emmendingen angebotene LF 16 TS Magirus übernehmen zu können.
Im Jahre 1988 konnte mit den Umbauarbeiten zur Gerätehauserweiterung begonnen werden. 1988 wurde auch ein Notstromaggregat mit Beleuchtungsgerät angeschafft. Diese Einrichtung ermöglicht die vollständige Ausleuchtung einer Einsatzstelle bei Nacht.
Am 12. Mai 1989 war es nun soweit, die Umbauareiten am Gerätehaus und Ortschaftsamt nahmen Gestalt an, es konnte Richtfest gefeiert werden. 1989 konnte für die Feuerwehr ein Wassersauger angeschafft werden, der zum größten Teil von dem Badischen Gemeindeversicherungsverband bezuschusst wurde.
Im Jubiläumsjahr 1990 kann nun zur Freude aller das neue Ortschaftsamt und das erweiterte Gerätehaus eingeweiht werden.
Die Freiwillige Feuerwehr Wasser hat in dem vergangenen halben Jahrhundert, von allem in den vergangenen 15 Jahren in technischer Hinsicht einen raschen Aufschwung genommen. Entscheidend für die Schlagkraft der Feuerwehr aber sind die Feuerwehrkameraden, die zum Wohle der Allgemeinheit ihren Dienst tun.