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Absturzsicherung / ERHT

Sicherung und Rettung aus Höhen und Tiefen

Früher wurden Feuerwehrleute bei Einsätzen in größerer Höhe oder im absturzgefährdeten Bereich oft nur mittels Feuerwehr-Sicherheitsgurt und Feuerwehrleine gesichert. Beispielhaft können hier Einsätze auf Dächern genannt werden. Nicht selten kam es bei Stürzen, zum Beispiel wenn Bauteile nachgaben oder Dächer durchbrachen, durch das statische Seil und den um den Bauch getragenen Sicherheitsgurt zu Verletzungen.

Daher machte man sich in den letzten Jahren auch bei der Feuerwehr die Erkenntnisse aus dem Bergsport und die erprobten Systeme aus dem Bereich Arbeitssicherheit zu Nütze. Hier hatte man bereits erkannt, dass zur optimalen Sicherung eine professionelle Ausrüstung, aber auch eine fundierte Ausbildung erforderlich ist, um Stürzen vorzubeugen und das Verletzungsrisiko zu minimieren. So wurde im Laufe der letzten Jahre der Feuerwehr-Sicherheitsgurt im Bereich der Absturzsicherung durch einen Auffanggurt ersetzt und die starre Feuerwehrleine durch ein dynamisches Kernmantelseil ausgetauscht, dass bei einem Sturz den Fall dämpft. Ebenso fanden Bandschlingen in verschiedensten Ausführungen ihren Weg in das Feuerwehr-Equipment. Nach und nach wurde der Gerätesatz Absturzsicherung entwickelt, der heute schon in vielen Freiwilligen Feuerwehren zum Einsatz kommt.

Der Grundstein für die Ausbildung wurde in der Feuerwehrdienstvorschrift 1/2 gelegt, in der man dem Arbeiten in absturzgefährdeten Bereichen erstmals Bedeutung schenkte. Fortan wurde zwischen dem „Halten“ (mit Feuerwehr-Sicherheitsgurt und Feuerwehrleine) und dem „Auffangen“ (mit dem Gerätesatz Absturzsicherung) unterschieden. Immer mehr Feuerwehren setzen diese Ausbildung heute schon erfolgreich um - zum Schutz der Feuerwehrleute bei Einsätzen in absturzgefährdeten Bereichen.

Beispiele für solche Einsätze sind unter anderem: Dach eindecken / abdecken bei Sturmschäden, Kaminbrände, Dächer von Schneelasten befreien, Arbeiten an steilen Böschungen wie etwa nach Verkehrsunfällen, Vorsteigen zu Personen in großen Höhen (erkrankter Kranführer, etc.) und vieles mehr.

Absturzsicherung bei der Feuerwehr Emmendingen:

Seit dem Jahr 2014 steht auch unserer Feuerwehr ein so genannter „Gerätesatz Absturzsicherung“ zur Verfügung und wurde in den folgenden Jahren durch weitere Gerätschaften ergänzt. Mit der Beschaffung dieser Ausrüstung wurde innerhalb unserer Mannschaft auch die Gruppe "Absturzsicherung" ins Leben gerufen und im Jahr 2016 mit der speziellen Ausbildung begonnen.

Schwerpunkt dieser Gruppe ist das Retten und Selbstretten von Personen aus Höhen und Tiefen. Da das Material sehr viel Fachwissen abverlangt, wurde schnell klar, dass dies nicht in den allgemeinen Übungsbetrieb vollumfänglich integriert werden kann. Daher finden seither einmal monatlich gezielt Übungen in diesem Bereich statt.

Zwischenzeitlich konnten sich viele der Kameraden auf Landkreisebene in Rheinhausen im Bereich Absturzsicherung schulen lassen. Weiterhin werden in diesem Bereich auch Fortbildungen gerne angenommen.

Unsere Gruppe Absturzsicherung besteht momentan aus 10 Feuerwehrleuten aus allen Abteilungen der Feuerwehr Emmendingen. Geleitet wird diese Gruppe von Nicolas Fox, der jahrelang auch als Berufskletterer gearbeitet hatte und über umfangreiches Fachwissen dazu verfügt. Bei Einsätzen werden die Mitglieder je nach Alarmstichwort automatisch mitalarmiert oder können separat hinzugezogen werden.